Deutsch-Indisches Sozialversicherungsabkommen

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Deutsch-Indisches Sozialversicherungsabkommen

Gute Aussichten für Expats in Indien – ab Oktober 2009 können Doppelversicherungen vermieden werden.

Nicola Vernizzi - fotolia.com

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Deutsche Arbeitnehmer, die von von ihrem Unternehmen vorübergehend nach Indien entsandt werden, können aufatmen:  Ab dem 1. Oktober 2009 müssen sie keine Beiträge mehr in die indische Rentenversicherung zahlen. Denn die Bundesrepublik Deutschland und Indien haben ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen, für das inzwischen die Ratifizierungsurkunden ausgetauscht wurden, so dass das Abkommen zum 1. Oktober 2009 in Kraft treten kann.

Sozialversicherung für Expats in Indien

Noch bis zum dritten Quartal des letzten Jahres waren ausländische Mitarbeiter während ihres Auslandseinsatzes in Indien nicht verpflichtet, Sozialversicherungsbeiträge in das System des Gastlandes zu zahlen. Diese Regelung wurde jedoch kraft einer Gesetzesänderung zum 1. November 2008 von der indischen Regierung geändert, um nicht zuletzt den Abschluss bilateraler Sozialversicherungsabkommen zu forcieren. Seit diesem Zeitpunkt müssen auch Expatriates während ihres Assignments grundsätzlich 24 Prozent ihres Einkommens ohne Beitragsbemessungsgrenze in das indische Sozialversicherungssystem (Provident Fund und Pension Scheme) einbezahlen. Die Beiträge sind je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu tragen. Nach Beendigung der Beschäftigung in Indien hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Rückzahlung des einbezahlten Provident Funds, jedoch nicht auf Rückzahlung der Beiträge zum Pensionsfonds. Von der Sozialversicherungspflicht betroffen sind sämtliche Angestelltenverhältnisse von ausländischen Arbeitnehmern bei indischen Unternehmen ab 20 Mitarbeitern. Ausgenommen von der Sozialversicherungspflicht sind Staatsangehörige von Staaten, welche mit Indien entsprechende Sozialversicherungsabkommen unterzeichnet haben.

Zeitraum auf 48 Monate begrenzt

Das Inkrafttreten des deutsch-indischen Sozialversicherungsabkommens führt dazu, dass ab dem 1. Oktober 2009 für nach Indien entsandte Mitarbeiter in den ersten 48 Kalendermonaten der Beschäftigung keine Rentenversicherungsbeiträge mehr in das indische System zu zahlen sind. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass gemäß Paragraph 5 des Abkommens eine Entsendung vorliegt bzw. gemäß Paragraph 7 des Abkommens eine Ausnahmegenehmigung beantragt wurde. Gelten für einen Mitarbeiter weiterhin die deutschen Rechtsvorschriften über die deutsche gesetzliche Rentenversicherung, so sind gleichzeitig auch die Vorschriften über die Arbeitsförderung (Arbeitslosenversicherung ) anwendbar. Die Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung sind von dem Abkommen nicht betroffen. Mitarbeiter, die über den 30. September hinaus in Indien beschäftigt sind bzw. ab dem 1. Oktober 2009 dort eine Tätigkeit aufnehmen, benötigen entsprechend eine Bescheinigung über die Anwendung der deutschen Rechtsvorschriften. Umgekehrt werden die von indischen Unternehmen nach Deutschland entsandten Arbeitnehmer von der deutschen Rentenversicherungspflicht befreit.

Empfehlung

Hinsichtlich der Beurteilung der Sozialversicherung während einer Entsendung von Mitarbeitern nach Indien und der Beschaffung der notwendigen Bescheinigungen bietet die Expat Consult GmbH Unternehmen breite Unterstützung an.

 

By | 2017-02-06T21:50:26+00:00 September 25th, 2009|Internationale Sozialversicherung|