US-Forscher entdecken: Social Security Number (SSN) kann vorausgesagt werden

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US-Forscher entdecken: Social Security Number (SSN) kann vorausgesagt werden

Forscher der Carnegie Mellon University haben herausgefunden, dass es anhand öffentlich verfügbarer Informationen möglich ist, die meisten – wenn nicht sogar alle – Ziffern der US-Sozialversicherungsnummer vorauszusagen.

9d8fc16489Die Sozialversicherungsnummer (SSN) ist in den USA von zentraler Bedeutung. Mangels eines nationalen Identitätsdokuments, wie dem Personalausweis, dient die Sozialversicherungsnummer in den USA nicht nur der Identifikation von Personen zu Sozialversicherungszwecken, sondern wird auch von Finanzbehörden, Versicherungen und Banken verwendet. Aus Sicherheitsgründen weisen die amerikanischen Behörden bereits seit Jahren darauf hin, die Sozialversicherungsnummer nur heraus zu geben, wenn besondere Umstände dieses erfordern. Nun zeigt sich jedoch, dass selbst die größte Vorsicht möglicherweise nicht genügt.

Geburtsort und -datum können für eine Vorhersage genügen

Anhand einer Untersuchung der „Death Master File“, welche die Lebensdaten verstorbener Personen in Amerika öffentlich zugänglich macht, haben die Forscher der Carnegie Mellon University bei zwischen 1973 und 2003 verstorbenen Personen deutliche Muster entdeckt, nach denen die Ziffern der Sozialversicherungsnummer angeordnet werden. Für eine Voraussage genüge nach eigenen Angaben der Forscher in den meisten Fällen der Geburtsort und das Geburtsdatum der Person. Bei 44 Prozent der zwischen 1989 und 2003 verstorbenen Personen benötigten die Wissenschaftler nur einen Versuch, um die ersten fünf Ziffern der Sozialversicherungsnummer zu erraten. Nach tausend Versuchen dagegen war ihre Vorhersage der vollständigen Nummer in 8,5 Prozent der Fälle korrekt.

Identitätsdiebstahl öffnet dem Missbrauch Tür und Tor

Die Ergebnisse machen erneut deutlich, dass die von der US-Sozialversicherungsbehörde erteilte neunstellige Nummer extrem sorgsam vor Mißbrauch zu schützen ist. Insbesondere entsandten Arbeitnehmern oder Jobsuchern aus Deutschland, die in den USA eine Beschäftigung aufnehmen oder sich im US-Arbeitsmarkt auf Stellensuche begeben, sind sich dessen häufig kaum bewußt. Aber Identitätsdiebstahl ist in den USA noch erheblich  schwerwiegender als in Deutschland oder Europa. Haben Kriminelle die Sozialversicherungsnummer einer Person erst einmal ausgeforscht, sind dem Missbrauch nahezu keine Grenzen gesetzt. Des eigenen Lebens beraubt, können die betroffenen Opfer nicht nur sehr viel Geld, sondern auch ihre Kreditwürdigkeit und ihren Job verlieren. Schlimmstenfalls kommen sie sogar fälschlicherweise mit dem Gesetz in Konflikt und werden verhaftet oder angeklagt. Sie benötigen dann zumeist viele Jahre um ihr Leben und ihre Daten wieder in den Griff zu bekommen.

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By | 2017-02-06T21:50:26+00:00 Juli 13th, 2009|Internationale Sozialversicherung|