Deutschland: Krankenversicherungsbeiträge ab 2010 voll steuerlich abzugsfähig

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Deutschland: Krankenversicherungsbeiträge ab 2010 voll steuerlich abzugsfähig

Durch das Bürgerentlastungsgesetz können ab dem Jahr 2010 alle Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung komplett steuerlich abgesetzt werden. Das gilt unabhängig davon, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist.

0e77ca6e31Alternativ können die geltenden Höchstbeiträge von 1.900 Euro (Selbstständige 2.500 Euro) für Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Die Grundlage dazu hat das Bundesverfassungsgericht mit einem Urteil aus dem Jahr 2008 geschaffen (Beschluss v. 13.2.2008, 2 BvL 1/0606, 2 BvR 1220/04, 2 BvR 410/05 u. a.), wonach die bisherigen Abzugsmöglichkeiten nicht ausreichend waren. Danach können ab 2010 Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung alle Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung in voller Höhe als Sonderausgaben absetzen. Dies gilt auch für die von der gesetzlichen Krankenkasse erhobenen Zusatzbeiträge. Nicht als Sonderausgaben abziehbar sind dagegen Prämien zu Wahltarifen, die Versicherte selbst zahlen müssen.

Auch Privatversicherte profitieren von der Neuregelung. Allerdings sind die geleisteten Beiträge nur in der Höhe zu berücksichtigen, wie ein Versicherungsschutz erworben wird, der dem der gesetzlichen Krankenversicherung (Basistarif) entspricht. Nicht steuerlich begünstigt sind Beiträge für Wahl- und Zusatzleistungen, die über die Pfllichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise Beiträge für eine Chefarztbehandlung oder die Behandlung im Einbettzimmer im Krankenhaus.

Als Alternative werden vom Finanzamt aber noch andere steuerliche Abzugsmöglichkeiten geboten. So wurden die steuerlichen Höchst-Abzugsbeträge für „sonstige Vorsorgeaufwendungen von 1500 auf 1900 Euro für ledige Steuerpflichtige und von 2400 auf 2800 Euro für verheiratete Steuerpflichtige erhöht. Das bedeutet insbesondere für Steuerzahler im unteren Einkommensbereich: Betragen die Beiträge zur gesetzlichen und privaten Kranken-/Pflegeversicherung pro Kalenderjahr weniger als die genannten Höchstbeiträge, so können Beiträge zur sonstigen Vorsorgeaufwendungen wie etwa zur Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung zusätzlich bis zum Höchstbetrag geltend gemacht werden.

 

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By | 2017-02-06T21:50:25+00:00 November 25th, 2009|Internationale Steuern|