Neues Doppelbesteuerungsabkommen mit den VAE

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Neues Doppelbesteuerungsabkommen mit den VAE

Am 1. Juli 2010 wurde das neue Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) unterzeichnet. Für Arbeitnehmer mit deutschem Wohnsitz, die in den VAE eine Tätigkeit ausüben, bringt es jedoch keine Vorteile: Sie werden weiterhin mit ihren Einkünften aus den VAE in Deutschland voll besteuert. Das DBA bedarf noch der formellen Ratifizierung und ist dann rückwirkend ab dem o1.01.2009 anwendbar.

de4df5c8d0Im Rahmen des alten Abkommens konnten Arbeitnehmer mit deutschem Wohnsitz, die gleichzeitig vorübergehend in den VAE tätig waren, vollumfänglich von der sogenannten 183-Tage-Regel (in Kombination mit der in Art. 24 geregelten Freistellungsmethode) profitieren. Das heißt, wenn den VAE nach Art. 14 des alten Abkommens das Besteuerungsrecht zugewiesen war, so war der deutsche Steuerpflichtige in Deutschland von der Besteuerung freigestellt, obwohl in den VAE keine Steuer erhoben wurde. Aber damit soll jetzt Schluss sein. Denn mit Inkrafttreten des neuen Abkommens kommt anstatt der Freistellungsmethode künftig die Anrechnungsmethode zur Anwendung. Das bedeutet, soweit wiederum nach Art. 14 des Abkommens den VAE das Besteuerungsrecht für die unselbständige Arbeit zugewiesen wird, sind Arbeitnehmer, die in Deutschland noch einen Wohnsitz haben, mit ihren Einkünften aus der unselbständigen Arbeit in den VAE gleichwohl in Deutschland steuerpflichtig, wobei eine in den VAE erhobene Steuer auf diese Einkünfte auf die deutsche Steuer angerechnet werden könnte.

Schlechte Aussichten also für all diejenigen, die sich durch das neue DBA Steuererleichterungen erhofften. Denn durch diese wesentliche Änderung bestehen für in Deutschland unbeschränkt Steuerpflichtige keine wesentlichen Unterschiede zu einem abkommenslosen Zustand – zumindest solange, wie in den VAE keine Einkommensteuer für diesen Personenkreis erhoben wird. Das Ziel der Vermeidung einer Doppelbesteuerung wird damit ebenso erreicht wie die Vermeidung einer Nichtbesteuerung in beiden Staaten.

Nachteile bringt das neue DBA auch für diejenigen Arbeitnehmer, die sich für Montagen in den VAE aufhalten. Für sie war seit Ablauf des alten DBA (1.1.2009) der Auslandstätigkeitserlass mit der Folge der Steuerfreistellung anwendbar. Da das neue DBA aber rückwirkend zum 1.1.2009 Anwendung findet, werden diese Arbeitnehmer schlechter gestellt, als wenn kein DBA bestünde. Ihre Einkünfte werden spätestens ab dem Datum des Inkrafttretens des neuen DBA komplett in Deutschland zu versteuern sein.

Anders stellt sich der Sachverhalt nur noch für diejenigen Arbeitnehmer dar, die in Deutschland keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt mehr unterhalten. Hier findet das DBA mangels Ansässigkeit in Deutschland keine Anwendung mehr, es sei denn die erzielten Arbeitsergebnisse des Arbeitnehmers werden in Deutschland verwertet, wie beispielsweise bei Korrespondenten, oder es handelt sich bei dem entsandten Mitarbeiter um einen Geschäftsführer, Vorstand oder Prokuristen.

Bei näheren Auskünften zum neuen DBA nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.
 

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By | 2017-02-06T21:50:24+00:00 September 2nd, 2010|Internationale Steuern|