Rumänien: Änderungen im Steuerrecht

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Rumänien: Änderungen im Steuerrecht

Neben der bereits bekannt gemachten Anhebung der Mehrwertsteuer auf 24 Prozent sind im rumänischen Einkommensteuerrecht zum 01.07.2010 weitere wichtige Änderungen in Kraft getreten.

rumaenien_flaggeAb Juli 2010 werden Lohnnebenleistungen des Arbeitgebers wie Geschenkgutscheine, Urlaubsgutscheine,  Gutscheine für Kinderbetreuung und Essensgutscheine als zu versteuerndes Einkommen behandelt. Die Verordnung sieht aber ausdrücklich vor, dass in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Regierungsverordnung Nr. 8 / 2009 und des Gesetzes Nr. 142/1998 auf Urlaubsgutscheine  und Essensgutscheine weiterhin keine Sozialbeiträge anfallen.

Weiterhin unterliegen Zinserträge aus Sichteinlagen und Girokonten, Zinsen auf Einlagen in Einklang mit den besonderen Rechtsvorschriften über Bausparen und Darlehen, sowie Zinsen für Festgeldanlagen und anderen Sparanlagen einem Einkommensteuersatz von 16 Prozent, unabhängig vom Zeitpunkt der Anlage.

Jährliche Veräußerungsgewinne von Einzelpersonen aus der Veräußerung von Wertpapieren – ausgenommen Anteile an Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Wertpapiere in geschlossenen Gesellschaften – unterliegen einem Einkommensteuersatz von 16 Prozent, unabhängig davon, für welchen Zeitraum die Wertpapiere gehalten werden (bisher galt: ein bevorzugte 1-Prozent Steuersatz war möglich, wenn Wertpapiere für mindestens 365 Tage gehalten wurden).

Nichtansässige Personen, die in Rumänien abhängig beschäftigt sind, unterliegen ab dem ersten Tag ihrer Anwesenheit der rumänischen Einkommensteuer. Die bisher hierfür geltenden Bedingungen des Steuergesetzes wurden abgeschafft. Diese sahen eine Einkommensteuerpflicht erst bei Anwesenheit in Rumänien für mehr als183 Tage innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums vor sowie der Zahlung der Vergütung durch einen in  Rumänien ansässigen Arbeitgeber oder der Geltendmachung als Betriebsausgaben durch eine rumänische Betriebsstätte. Damit ist jede Person, die in Rumänien eine Beschäftigung aufnimmt, grundsätzlich vom ersten Anwesenheitstag an steuerpflichtig. Davon unberührt sind natürlich die von Rumänien mit anderen Staaten abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen, die grundsätzlich spezifische Regelungen enthalten, nach denen Expatriates im Gastland steuerpflichtig werden. Das bedeutet, dass Entsandte, die als Steuerinländer in ihren Heimatländern gelten und die Bedingungen des jeweiligen DBA erfüllen auch in Zukunft nicht der rumänischen Steuerpflicht unterliegen.

Ab dem 01. Juli 2010 sind weiterhin einige Änderungen im rumänischen Lohnsteuerrecht für nichtansässige Personen in Kraft getreten. Folgende Arten von Einkommen werden als zu versteuerndes rumänisches Einkommen bewertet und unterliegen der rumänischen Lohnsteuer:

  • Einkünfte aus Zinsen auf Sichteinlagen und Girokonten, Termineinlagen und anderen Sparanlagen nichtansässiger   Personen
  • Zinsen auf Wertpapiere, die von rumänischen Emittenten ausgegeben werden, unabhängig davon, ob diese Wertpapiere an einem geregelten Markt gehandelt werden

Quelle: KPMG

By | 2017-02-06T21:50:24+00:00 August 2nd, 2010|Internationale Steuern|