Ungarn: Steuerreform gegen die Krise

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Ungarn: Steuerreform gegen die Krise

Um die Wirtschaftskrise in Ungarn zu bekämpfen, hat das ungarische Parlament am 29.06.2009 ein umfangreiches Steuerreformpaket für 2010 beschlossen. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Einkommensteuer, die Mehrwertsteuer und die Lohnnebenkosten. Insgesamt soll das Reformpaket zu einer Entlastung von Bürgern und Unternehmen führen.

d1052df08bZur Entlastung von kleinen und mittleren Einkommen, wurde bereits rückwirkend zum 1. Januar 2009 die Bemessungsgrenze für den unteren Einkommensteuersatz von 18% auf Einkommen von 1,7 Mio HUF (ca. 6.300 €) auf 1,9 Mio HUF (ca. 7.100 €) pro Jahr ausgeweitet. Dieser untere Einkommensteuersatz wird in einem weiteren Schritt ab Januar 2010 von 18% auf 17% gesenkt, wobei die Bemessungsgrenze von 1,9 Mio HUF auf 5 Mio HUF (ca. 18.000 €) angehoben wird. Wer über 5 Mio HUF verdient, zahlt ab 2010 einen festen Betrag von 850.000 HUF (ca. 3.200 €) und zusätzlich 32% für das über der Grenze von 5 Mio HUF liegende Einkommen. Als Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer wird dann das so genannte „Superbrutto“ gelten, zu dem zukünftig dann auch die Sozialabgaben des Arbeitgebers hinzugerechnet werden. Der Solidaritätszuschlag bei Einkommen von über 7.446.000 HUF (ca. 28.000 €) bleibt bestehen, wird allerdings in den höchsten Satz der Einkommensteuer „integriert“.

Senkung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung

Ebenfalls zum 1. Juli 2009 wurden die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung von vormals 32% (29% Sozialversicherungsbeitrag plus 3% Arbeit-geberabgabe) auf 27% gesenkt. Davon beträgt der Rentenversicherungsbeitrag 24%, der Krankenversicherungsbeitrag 2% und der Arbeitsmarktbeitrag 1%. Die Arbeitgeberabgabe von 3%, die bisher in den Beschäftigungsfonds eingezahlt wurde, entfällt. An ihre Stelle tritt der so genannte Arbeits-marktbeitrag. Diese Regelung gilt bis Ende 2009 jedoch nur für Einkommen von bis zu 143.000 HUF (Basis bis zum Doppelten des Minimallohnes, ca. 534 €). Ab Januar 2010 wird die Senkung der Arbeitgeberbeiträge auf alle Einkommensbereiche ausgedehnt. Der festgelegte Gesundheitsbeitrag von 1.950 HUF (ca. 7,30 €) pro Monat entfällt, während der prozentuale Gesundheitswesenbeitrag von 11% auf 27% erhöht wird.

Das neue Steuerpaket sieht aber nicht nur Steuerentlastungen vor. Es wird auch Steuererhöhungen und neue Steuerarten geben. So wurde bereits zum     1. Juli 2009 die Mehrwertsteuer von 20% auf 25% erhöht. Ausgenommen davon sind Grundlebensmittel, für die ein ermäßigter Steuersatz von 18% eingeführt wurde, der ab 1. August 2009 auch für Fernwärme angewandt wird.

Vermögensteuer auf Wohnimmobilien und leistungsstarke Fahrzeuge

Finanziell stärker in die Pflicht genommen werden Eigentümer von Immobilien und leistungsstarken Fahrzeugen – dazu gehören beispielsweise auch Wasser- und Luftfahrzeuge wie Seegelboote, Yachten und Privatjets. Immobilien mit einem Wert von über 30 Mio. HUF (ca. 110.000 €) werden mit 0,35% besteuert, Immobilien mit einem Wert von über 50 Mio. HUF (ca. 185.000 €) mit 0,5%.

Für mehr Informationen zur ungarischen Steuerreform oder zum ungarischen Einkommensteuersystem nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

 

By | 2017-02-06T21:50:26+00:00 August 25th, 2009|Internationale Steuern|