Weltweiter Trend zur Anhebung der Spitzensteuersätze auf Einkommen

//Weltweiter Trend zur Anhebung der Spitzensteuersätze auf Einkommen

Weltweiter Trend zur Anhebung der Spitzensteuersätze auf Einkommen

Der weltweite Trend zur Senkung der Höchststeuersätze auf Einkommen natürlicher Personen könnte aufgrund der Wirtschaftskrise möglicherweise bald enden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am 20. August 2009 veröfffentlichte Studie von KPMG International („KPMG´s Individual Income Tax and Social Security Rate Survey 2009“).

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Seit sieben Jahren sinken weltweit die Spitzensteuersätze. Auch in 2009 reduzierte sich der durchschnittliche Höchststeuersatz weltweit noch um durchschnittlich 0,3 Prozent (von 29,2 Prozent im Jahr 2008 auf 28,9 Prozent im Jahr 2009), aber einige Länder planen bereits Einkommensteuererhöhungen für Spitzenverdiener.

„Einige Länder der Europäischen Union – insbesondere Irland und Großbritannien – haben bereits eine Anhebung der Steuersätze für Spitzenverdiener vorgeschlagen, weitere könnten folgen“, prognostiziert Verena Trenkwalder, Geschäftsführerin der KPMG in Linz. Der Studie zufolge zahlen die Bürger der Europäischen Union (EU) nach wie vor die höchsten Einkommensteuern weltweit. Mit der Einführung von Pauschalsteuersätzen, sogenannten Flat Rate Taxes, in einigen osteuropäischen Länden (u.a. Lettland, Polen), ist der Durchschnittssatz von 41,1 Prozent im Jahr 2003 auf 36 Prozent im Jahr 2009 zurückgegangen. Dennoch wird das Einkommen der Europäer nach wie vor höher versteuert als die höchsten Einkommen im asiatisch-pazifischen Raum (Durchschnitt: 33,9 Prozent) oder Lateinamerika (Durchschnitt: 26 Prozent).

In Deutschland liegt der Spitzensteuersatz nach wie vor bei 45 Prozent. In Österreich liegt der Höchststeuersatz auf Einkommen bei 50 Prozent – dieser wird für Einkommen ab 60.000 Euro jährlich angewendet. Vor der Steuerreform 2009 galt dies bereits für Einkommen ab 51.000 Euro jährlich. Einen höheren Spitzensteuersatz weist in Europa nur Dänemark auf, dessen Spitzensteuersatz von 62,3 Prozent seit 2009 jedoch auch die Sozialversicherungsbeiträge umfasst.  In der asiatisch-pazifischen Region führt Japan das Ranking mit 50 Prozent an, in Lateinamerika fordert Chile mit 40 Prozent die höchsten Abgaben.

 „Der hohe Spitzensteuersatz kann im internationalen Standortwettbewerb einen nicht zu unterschätzenden Nachteil darstellen“, kommentiert Barbara Polster-Grüll, Geschäftsführerin der KPMG in Wien, das Ergebnis. „Die Besteuerung von entsendeten  Topmanagerinnen und -managern kann bei solchen Entscheidungen in der Praxis eine wesentliche Rolle spielen.“

Effektive Steuerbelastung  vergleichsweise niedriger

Viel aussagekräftiger als der nominelle Höchststeuersatz eines Landes ist jedoch die effektive Steuerbelastung, also die durchschnittliche Einkommensteuerbelastung einschließlich Sozialversicherungsabgaben. Bei dieser Betrachtung muss man die einzelnen Einkommenskategorien berücksichtigen. Die Studie vergleicht die effektive Steuerbelastung in 86 Ländern bei Jahreseinkommen von 100.000 US-Dollar und 300.000 US-Dollar.

Beim ersten Vergleich (Jahreseinkommen von 100.000 US-Dollar) belegen aufgrund der hohen Sozialversicherungsabgaben Slovenien (54,9%), Kroatien (53,5% und Ungarn (48,1%) die ersten drei Plätze. Im zweiten Vergleich (Jahreseinkommen 300.000 US-Dollar) sind es Slovenien (60,4%), Dänemark (57,1%) und Kroatien (54,5%), während Ungarn (47,7%) auf den 9. Platz absinkt. Deutschland belegt im ersten und zweiten Vergleich die Plätze 19 und 20.

Nähere Informationen finden Interessierte unter www.kpmg.at

 

 

By | 2017-02-06T21:50:26+00:00 August 23rd, 2009|Internationale Steuern|