Expatriates in China gefragt – Lokalisierung auf dem Vormarsch

//Expatriates in China gefragt – Lokalisierung auf dem Vormarsch

Expatriates in China gefragt – Lokalisierung auf dem Vormarsch

Trotz der globalen Wirtschaftskrise expandieren viele Unternehmen weiterhin nach China. 37 Prozent der Unternehmen planen, die Anzahl ihrer Expats in China innerhalb der nächsten 12 Monate zu erhöhen. Nur 14 Prozent wollen weniger Mitarbeiter in die Volksrepublik entsenden. Insgesamt zeigt sich dabei ein Trend zur Lokalisierung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Hewitt-Studie unter 177 in China tätigen Unternehmen.

c2973958a7Gut ein Viertel der Expatriates kommt nach Aussage von Hewitt aus westlichen Ländern; 2008 lag ihr Anteil bei 21 Prozent. Die größte Gruppe der Expats bilden mit rund 50 Prozent lokal angestellte Ausländer mit chinesischen Verträgen unter definierten „lokalen“ Bedingungen. Unter den Topmanagern sind die Expats aus westlichen Ländern mit knapp 40 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von den lokal angestellten Expats mit knapp 34 Prozent. Expatriates aus Hongkong und Singapur sind in China mit 14 Prozent Vertreten

Topmanager verdienen am besten

Spitzenverdiener unter den Expats in China sind Topmanager aus westlichen Ländern mit Jahresgesamtbezügen von durchschnittlich 400.667 US-Dollar. Chinesische Führungskräfte auf derselben Hierarchieebene, die aus dem Ausland zurückgekehrt sind, erhalten hingegen im Schnitt nur 347.175 US-Dollar jährlich. Im mittleren Management beträgt die Differenz der Jahresgesamtbezüge zwischen einer Führungskraft aus dem westlichen Ausland (129.471 US-Dollar) und einem chinesischen Rückkehrer (81.822 US-Dollar) mehr als 47.000 US-Dollar. Damit liegt das Gehalt der Expats aus dem Westen um mehr als 50 Prozent höher als das der chinesischen Kollegen.

Gehälter von Expats aus dem Westen steigen am geringsten

Verglichen mit dem Gehaltsanstieg von lokal angestellten Ausländern und Rückkehrern steigen die Gehälter von Expats aus dem Westen mit 2,6 Prozent am geringsten. Die größten Gehaltserhöhungen erhalten lokal angestellte Ausländer mit 4,2 Prozent. Auch für dieses Jahr erwarten die Unternehmen mit 3,3 Prozent geringere Gehaltssteigerungen für Expats aus westlichen Ländern als für lokal angestellte Ausländer mit 5,6 Prozent.

Lokalisierung auf dem Vormarsch

Immer mehr Unternehmen setzen laut Hewitt auf Lokalisierung: Entweder stellen sie die Verträge ihrer Expats auf lokale Kontrakte um oder sie rekrutieren für eine bislang von einem Expat besetzte Position einen lokalen Mitarbeiter. Vor drei Jahren hatte mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen noch gar kein Lokalisierungs-Konzept; heute haben fast 50 Prozent der Firmen einen Lokalisierungsprozess initiiert oder geplant. „Mit dem Lokalisierungsprozess beginnen die Unternehmen, wenn sie etwa drei bis fünf Jahre in China tätig sind. Allerdings wagen es viele westliche Firmen nicht, Schlüsselpositionen wie die eines Geschäftsführers oder Finanzleiters mit lokalen Mitarbeitern zu besetzen“, erklärt Marco Reiners, Vergütungs- und Asienexperte bei Hewitt Associates.

<- Zurück zu: Arbeitsrecht + Vergütung

By | 2017-02-06T21:50:25+00:00 Mai 4th, 2010|Internationales Arbeitsrecht und Vergütung|