Gute Gehälter für Expats in China

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Gute Gehälter für Expats in China

Deutsche Fach- und Führungskräfte in China verdienen verglichen mit ihren Kollegen in gleicher Position mehr als das Doppelte. Das ergab eine Studie des Managementberatungs-Unternehmens Hewitt.

c2973958a7Der Studie zufolge verdient ein Seniormanager aus dem „Westen” in China im Durchschnitt 173.575 USD jährlich. Sein Kollege in gleicher Position aus Taiwan muss sich mit 130.975 USD zufrieden geben, während der Arbeitnehmer aus China nur noch 81.348 USD nach Hause bringt. „Der Grund für dieses Gehaltsgefälle liegt darin, dass sich die Gehälter deutscher Expatriates, also der deutschen Mitarbeiter, die an einem Auslandsstandort arbeiten, in der Regel an den Vergütungsstrukturen des Heimatlandes orientieren, sagt Marco Reiners, Vergütungsexperte von Hewitt Associates. Darüber hinaus vergüteten deutsche Unter-nehmen den Einsatz in der Fremde weiterhin mit zahlreichen Zulagen wie zum Beipsiel Auslands- oder Mobilitätsprämien und Ausgleichszahlungen für Kaufkraftunterschiede, Wohn- und Schulkosten.

Für die Studie wurden in China 500 Expatriate-Positionen in sechs Gruppen analysiert. Dazu zählten Expatriates aus dem westen, aus Hongkong/Singapur sowie aus Taiwan und anderen asiatischen Ländern. Zusätzlich wurden Ausländer berücksichtigt, die in China mit chinesischen Verträgen unter fest definierten Bedingungen arbeiten (China hired Foreigners) sowie Chinesen, die im Ausland studiert und gearbeitet haben und nun wieder nach China zurückkehren (Returning Chinese).

Motivation durch Prämien

„Die Prämienzahlungen der Unternehmen an ihre Expatriates werden in der Regel als Anreizprämien verstanden“, erklärt Reiners weiter. Dabei könne die Höhe in Abhängigkeit von Gruppenzugehörigkeit und Funktion des Expatriates zwischen fünf und 25 Prozent des jährlichen Grundgehalts betragen kann. Neben den Anreizzahlungen gibt es auch signifikante Unterschiede bei der Festlegung des Wohnkosten-Budgets. Expatriates aus dem Westen erhalten als Top-Executives zusätzlich zum Grundgehalt monatlich mehr als 7.000 USD als Wohnkosten-Budget, während sein chinesischer Kollege in gleicher Position 4.000 USD erhält. Ein westlicher Manager darf durchschnittlich mit einem Budget in Höhe von 4.000 USD monatlich rechnen, ein Spezialist erhält knapp 3.000 USD als Wohnzulage. Ähnlich verhält es sich bei den Ausbildungskosten der Kinder: Einem Top-Executive aus dem Westen werden durchschnittlich 95 Prozent der Ausbildungskosten seiner Kinder erstattet. Darunter fallen Anmeldegebühren in Schulen, Schulgeld und Fahrtkosten. Sein chinesischer Kollege in gleicher Stellung bekommt hingegen lediglich ein Drittel der Kosten erstattet. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation vieler Unternehmen, werden allerdings momentan die Konditionen für Expatriates grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt.

Mehr als die Hälfte wollen Anzahl der Expatriates erhöhen

56 Prozent der befragten Unternehmen wollen die Anzahl der entsendeten Expatriates in China im Jahr 2009 erhöhen. Verglichen mit den Angaben aus 2007 ist mit 82 Prozent das geschäftliche Wachstum noch immer der wichtigste Treiber für den Einsatz von Expatriates. Als weitere Gründe werden der Mangel an Spezialisten (47 Prozent) und hochqualifizierten Managern (46 Prozent) genannt. 28 Prozent der Unternehmen, die ihre Expatriate-Anzahl im laufenden Jahr reduzieren wollen, möchten damit in erster Linie Kosten reduzieren.

 

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By | 2017-02-06T21:50:28+00:00 Mai 12th, 2009|Internationales Arbeitsrecht und Vergütung|