Neue ECA-Studie: Zahl der Auslandsentsendungen steigt trotz Krise

//Neue ECA-Studie: Zahl der Auslandsentsendungen steigt trotz Krise

Neue ECA-Studie: Zahl der Auslandsentsendungen steigt trotz Krise

Trotz der Krise steigen Auslandsentsendungen weiter an. Dabei gilt als größte Herausforderung das Reduzieren der Kosten und eine Anpassung der Vergütungsmodelle an die gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen. Das geht aus der neuesten Studie von ECA International hervor. Für die Studie befragte ECA 220 Unternehmen zu ihren Expatriate-Strategien und -Methoden.

© S. Hofschlaeger / PIXELIO

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Anders als noch in der New-Economy-Krise werden Expatriates heute nicht massenweise entlassen, im Gegenteil: 40 Prozent der befragten Unternehmen planen, die Anzahl der Expatriates weiter zu erhöhen. Allerdings waren es vor zwei Jahren noch 70 Prozent. Gleichzeitig werden nur 18 Prozent der Unternehmen weniger Mitarbeiter als bisher ins Ausland entsenden. Die restlichen 42 Prozent sind noch unentschlossen oder gehen davon aus, dass sich nichts verändert. Der häufigste Grund für ein internationales Engagement ist das Führen und Betreiben einer Auslandsniederlassung. Am zweithäufigsten geht es um Wissenstransfer. Oft werden Expatriates mit ihrem Know-how am neuen Standort eingesetzt, um fehlende Qualifikationen auszugleichen. Fast ein Drittel der Unternehmen will aber auch die Karriere des Entsendeten fördern.

Flexibilität in der Vergütung wird immer wichtiger

Als derzeit größte Herausforderung der internationalen HR gilt das Reduzieren der Kosten und eine Anpassung der Vergütungsmodelle, um den gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen Rechnung zu tragen; denn von starken Wechselkursschwankungen sind Expatriates besonders betroffen. Um auf äußere Einflüsse reagieren zu können, wird deshalb eine gewisse Flexibilität in der Vergütung immer wichtiger. Trotzdem bleiben die meisten Unternehmen bei der Bezahlung konservativ und setzen weiterhin auf ihre bewährten Vergütungsmodelle. Veränderungen der Richtlinien werden meist nur im Detail vorgenommen. 30 Prozent der Unternehmen haben ihre Berechnung von Auslands-gehältern in den letzten drei Jahren überarbeitet, ein weiteres Drittel plant das für die kommenden drei Jahre. Ziel dieser Anpassung ist eine bessere Konsistenz und mehr Transparenz in der Bezahlung sowie eine einheitlichere Vergütung für alle Expatriates.

Nach wie vor setzt über die Hälfte der befragten Unternehmen auf eine Berechnung des Gehaltes auf Basis der Vergütung im Heimatland. In diesem Fall wird das Gehalt je nach Einsatzort mit Zulagen aufgestockt. Liegen die Steuern im Gastland höher, tragen 84 Prozent der Firmen die Differenz, liegen sie dagegen niedriger, können die Unternehmen hier sparen. Fünf Prozent der Arbeitgeber übernehmen höhere Steuern und überlassen dem Expatriate den Überschuss als Bonus, falls der Steuersatz im Ausland niedriger liegt. Als Anreiz legen 61 Prozent der Unternehmen für ein internationales Engagement noch einen „Mobilitäts-Bonus“ drauf.

Mobilität entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg

Inzwischen sind aber Vergütungsmodelle wie das Hybrid-Modell oder die Berechnung auf Basis der Gehälter im Gastland weiter auf dem Vormarsch. Der Grund hierfür: Mitarbeiter werden oft aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Lebensstandards und Gehältern entsendet; arbeiten sie für ein und dasselbe Unternehmen in vergleichbaren Positionen vorübergehend im Ausland, sollten sie auch ähnlich bezahlt werden.

Grundsätzlich gilt: Mobilität ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Deshalb erwarten Unternehmen von ihren Angestellten eine gewisse Flexibilität – damit Chancen wahrgenommen werden können, sobald sie sich ergeben. Sind Mitarbeiter mobil und flexibel, profitieren sie auch selbst: Sie können ihre im Ausland erworbenen Fähigkeiten besser einsetzen und außerdem die Karriereleiter nach oben klettern.

 

By | 2017-02-06T21:50:26+00:00 September 3rd, 2009|Internationales Arbeitsrecht und Vergütung|