Weniger Zusatzleistungen für Expats

Home/Internationales Arbeitsrecht und Vergütung/Weniger Zusatzleistungen für Expats

Weniger Zusatzleistungen für Expats

Eine aktuelle Studie von ECA International zeigt einen Trend zur Limitierung von Zusatzarbeitgeberleistungen für Expatriates. Unter dem Titel „Benefits for International Assignees“ will die Studie HR-Manager darüber informieren, welche Zusatzleistungen Unternehmen Mitarbeitern gewähren, die ins Ausland entsendet werden, und wie hoch sie ausfallen.

Mitarbeiter, die ins Ausland entsendet werden, erhalten in der Regel spezielle Leistungen von ihrem Arbeitgeber. Einerseits betrifft das Reise- und Umzugskosten, andererseits auch Leistungen vor Ort. Themenbereiche, die in der Studie behandelt werden sind Urlaubsanspruch, Reisekosten ins Gastland und ins Heimatland, Krankenversicherung, Umzugskosten und Aufbewahrung von Privateigentum und Hausrat, Unterstützung bei der Ausbildung der Kinder sowie Geschäftswagen und Personenbeförderung.

Beispielsweise bezahlen fast 60 Prozent der befragten Unternehmen ihren Expatriates eine bestimmte Anzahl Flüge nach Hause. Im Großteil der Fälle wird nur ein einziger Heimatbesuch bezahlt, allerdings ist die Anzahl bezahlter Flüge oft auch abhängig von Faktoren wie Arbeits- und Lebensbedingungen und der Unternehmensposition des Expatriates.

Urlaubstage unterschiedlich gehandhabt

Fast alle Unternehmen kommen für die Kosten eines Umzugs des Hausrats auf, während nur ein Viertel die Transportkosten für ein Haustier übernimmt. Für den Transport des Pianos muss der Expatriate fast immer selbst in die Tasche greifen: Lediglich elf Prozent der Firmen tragen solche Extrakosten. Unterschiede gibt es auch bei den bezahlten Urlaubstagen: Während 49 Prozent der Unternehmen allen Angestellten dieselbe Anzahl Urlaubstage zur Verfügung stellt, sind bei 51 Prozent der Unternehmen verschiedene Faktoren wie Familienstand, Position im Unternehmen oder Praxis im Heimat- und Gastland ausschlaggebend. Sonderurlaub wird ebenfalls unterschiedlich gehandhabt: Beispielsweise genehmigen 24 Prozent der Unternehmen ihren Expatriates an religiösen Feiertagen Sonderurlaub.

Angebot einer Krankenversicherung selbstverständlich

Eine Krankenversicherung wird von nahezu allen Unternehmen angeboten, jedoch übernehmen nur 75 Prozent den kompletten Krankenversicherungsbeitrag. Viele Arbeitgeber versuchen, den Standard des Heimatlandes zumindest zu halten. 62 Prozent der Unternehmen übernehmen beispielsweise die Kosten für Physiotherapie, nur 43 Prozent bezahlen Besuche beim Chiropraktiker.

Expatriates sorgen sich bei einem Auslandseinsatz oftmals um die Ausbildung ihrer Kinder. Je nach Unternehmenspolitik wird der Schulbesuch ab drei oder fünf Jahren bis 18 oder 21 Jahren entweder in der Heimat oder im Ausland finanziell gefördert. Fast drei Viertel der Studienteilnehmer übernehmen während des Auslandseinsatzes des Expatriates die gesamten Schulgebühren, andere dagegen bezahlen nur eine bestimmte Summe pro Kind. Einige Unternehmen wiederum finanzieren nur die Schulbildung von maximal drei Kindern.

Firmenwagen häufig abhängig von der Qualität der öffentliche Verkehrsmittel

Während eines internationalen Arbeitseinsatzes können Angestellte auf einen Geschäftswagen hoffen – 85 Prozent der Unternehmen stimmen dem zu, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Ein Kriterium ist häufig die Qualität der öffentlichen Verkehrsmittel. Wird ein Geschäftswagen angeboten, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Verrechnung: Beispielsweise geben elf Prozent der Unternehmen Barzuschüsse, eine andere Möglichkeit ist die Rückerstattung der Kosten. Wenn die Verkehrszustände am ausländischen Arbeitsort als gefährlich einzustufen sind, werden teilweise auch schlicht Chauffeure gestellt.

 

By | 2015-06-30T14:58:45+00:00 Mai 20th, 2009|Internationales Arbeitsrecht und Vergütung|