Bereits am 22. Juli 2025 sind im Vereinigten Königreich umfangreiche Skilled Worker Visa Änderungen in Kraft getreten und stellen Arbeitgeber vor erhebliche Herausforderungen. Die Reform des britischen Einwanderungsrechts betrifft insbesondere die Voraussetzungen für das Sponsorship internationaler Fachkräfte.  Künftig gelten strengere Anforderungen an Qualifikation, Gehalt und Berufszulässigkeit.  Unternehmen mit internationalen Rekrutierungsprozessen müssen ihre HR-Strategien kurzfristig anpassen, um weiterhin rechtskonform internationale Fachkräfte beschäftigen zu können. 

Eine zentrale Neuerung der Skilled Worker Visa Änderungen 2025 betrifft das erforderliche Qualifikationsniveau: Ab sofort dürfen nur noch Tätigkeiten gesponsert werden, die mindestens dem  RQF Level 6 (Bachelor Niveau) entsprechen.

Skilled Worker Visum: Höhere Qualifikationen jetzt Pflicht

  • Berufe auf RQF-Level 3 bis 5, die bislang sponsorfähig waren (z.B. viele Tätigkeiten im Pflege-, Bau- und Dienstleistungsbereich) sind künftig ausgeschlossen
  • Ausnahmen gelten nur, wenn die Tätigkeit auf der neu eingeführten Temporay Shortage Occupation List (TSL)steht – diese ist jedoch zeitlich bis Ende 2026 begrenzt.

Personen, die vor dem 22. Juli 2025 ein gültiges Skilled Worker Visum für eine Tätigkeit auf RQF-Level 3-5 erhalten haben, dürfen ihre Visa bis mindestens  Juli 2028 verlängern oder den Arbeitgeber wechseln.

Deutlich höhere Gehaltsanforderungen

Mit den Änderungen zum 22. Juli 2025 wurden auch die Mindestgehälter für Skilled Worker Sponsorships deutlich erhöht:

  • Die allgemeine Mindestgehaltsgrenze wurde von bislang £38.700 auf £41.700 pro Jahr erhöht.
  • Für Berufseinsteiger („New Entrants“) unter 26 Jahren oder beim Wechsel vom Studienvisum: mindestens £33.400.
  • Für hochrangige Positionen (Senior Specialists) im Rahmen des Global Business Mobility-Programms liegt die Mindestgrenze künftig bei £52.500.

Arbeitgeber müssen diese Schwellen bei neuen Sponsorships oder Verlängerungen strikt einhalten. Für bereits gesponserte Mitarbeitende müssen die Gehälter nicht rückwirkend angepasst werden.

Einschränkungen im Pflege- und Sozialbereich

Für den Sozial- und Gesundheitsbereich bringt die Reform einschneidende Einschränkungen:

  • Der Zugang zum Skilled Worker Visum ist für neue Bewerber*innen im Pflegebereich vollständig gestrichen.
  • Bereits gesponserte Pflegekräfte, die bereits ein Visum besitzen, dürfen ihren Status unter bestimmten Voraussetzungen bis zum 22. Juli 2028 behalten, sofern sie vor dem Stichtag im Vereinigten Königreich tätig waren.

Handlungsempfehlungen für HR-Abteilungen

Für Personalabteilungen, die weiterhin auf internationale Rekrutierung setzen, ergeben sich durch die Skilled Worker Visa Änderungen 2025 klare Handlungsfelder:

1. Sponsorship-Fähigkeit prüfen:
Analysieren Sie alle offenen und bestehende Positionen auf RQF-Level und Visumkompatibilität. Berufe unter RQF 6 sind nur noch begrenzt zulässig.

2. Gehaltsstruktur aktualisieren:
Passen Sie Ihre internen Gehaltsbänder an die neuen Mindestanforderungen an – insbesondere für Berufseinsteiger und Schlüsselpositionen.

3. Recruiting-Teams schulen:
Stellen Sie sicher, dass Recruiter und HR-Beteiligte die neuen Anforderungen kennen und korrekt anwenden

4. Übergangsregelungen aktiv nutzen:

Für Visa-Inhaber mit Sponsorship vor dem 22. Juli 2025 gelten teilweise abgesenkte Anforderungen bis 2028. Nutzen Sie Übergangsfristen bis 2026 bzw. 2028 – wo rechtlich zulässig. Dokumentieren Sie das erste CoS-Datum (Certificate of Sponsorship) für interne Nachweise.

5. Kommunikation und Compliance stärken:
Informieren Sie gesponsorte Mitarbeitende über Rechte, Übergangsregelungen und Einschränkungen.

6. Regulatorische Entwicklungen beobachten:
Weitere Maßnahmen wie beispielsweise strengere Sprachtests und Einschränkungen beim Familiennachzug werden erwartet

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Marlis Tiessen

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